Pontonierfahrverein Buchs

 

   

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Geschichte

Die Gründung

In einer Ausgabe der Lokalzeitung "Werdenberger & Obertoggenburger" aus dem Jahre 1927 wird darüber berichtet, wie österreichische Truppen, Schweizer Sappeure und ganz besonders Pontoniere der Vereine Aarau, Baden, Brugg, Dietikon, Schaffhausen und Zürich in jener Hochwasserkatastrophe im Einsatz waren. Wegen eines Dammbruches überflutete der Rhein damals grosse Teile des Liechtensteiner Unterlandes. Die Rheinbrücke Buchs - Schaan wurde ebenfalls weggerissen. Viele Menschen und Tiere mussten vor den drohenden Fluten gerettet werden. Vor allem die Pontoniere leisteten unter schwierigsten Bedingungen Hilfe. Dieser vorbildliche Einsatz beeindruckte die Bevölkerung tief und lies im Werdenberg den Wunsch nach einem eigenen Pontonierfahrverein aufkommen. Am 20. August 1930 wurde dieser Wunsch Wirklichkeit. 25 Männer und Jünglinge gründeten den Pontonierfahrverein Buchs.

Gründung 1930
Zweck - Pflichten

Der Pontonierfahrverein Buchs SG ist eine Sektion des Schweizerischen Pontonier-Sportverbandes und bezweckt: Pflege und Förderung des Wasserfahrens, jungen Leuten eine Schulung in Wasserfahren und tüchtige Vorbildung für den Pontonierdienst zu geben, und die schon eingeteilte Mannschaft in steter Übung zu halten. Jedes Aktivmitglied ist verpflichtet, jährlich an einer Mindestanzahl von Fahrübungen gemäss den Statuten des Schweizerischen Pontonier-Sportverbandes teilzunehmen. Im weiteren verpflichten sich die Aktivmitglieder, dem Staat und den Gemeinden gegenüber zu Hilfeleistungen bei drohender Wassergefahr.

Jungpontoniere - Aktive - Veteranen

Die Zukunft und das Kapital des Buchser Pontonierfahrvereins ist der Nachwuchs. Seit Jahren wird dieser Förderung ein grosser Stellenwert eingeräumt. Die Jugendlichen können bereits im Alter von unter 10 Jahren den Junioren des Vereins beitreten. Neben der Ausbildung im Pontoniersport wird vor allem dem spielerischen Gedanken Rechnung getragen. Bei dem alljährlich stattfindenden Pfingstlager werden die Jungen mit dem Element Wasser vertraut gemacht. Wasser-, Schlauchboot- und Motorenfahren stehen dabei neben dem Schnüren im Vordergrund. Wie das rege Interesse des Nachwuchses zeigt sind die Verantwortlichen auf dem richtigen Weg. Im Alter von 12 Jahren und älter treten die Junioren zu den Jungpontonieren über. Zusammen mit der Aktivsektion nehmen sie nun bereits an Wettkämpfen teil. Die im Training gelernten Übungsteile können nun im "Ernstfall" angewendet werden. Mit 16 Jahren werden die Jugendlichen in die Aktivsektion aufgenommen. Als vollwertiges Vereinsmitglied gilt es nun, die Interessen der Buchser Pontoniere zu vertreten und gemeinsam mit den anderen Mitgliedern am Vereinsgeschehen aktiv mitzuwirken. Mit 18 Jahren werden die jungen Männer in der Regel als Fahrpontoniere ausgehoben. Gut ausgebildete Rekruten werden den Militärdienst mit 20 Jahren in Angriff nehmen.

 
   

Mit der Zeit gibt es Aktive, die ins "hintere Glied" zurücktreten möchten. Damit die Verbindung unter den einzelnen Vereinsmitgliedern dadurch aber nicht abbricht, ist 1980 eine Veteranenvereinigung gegründet worden. Diese bietet ihren Mitgliedern nicht nur Gelegenheit zur Kameradschaft, sondern auch zur leichteren Ausübung des Wassersportes und zur tatkräftigen Mithilfe bei Vereinsanlässen. Ferner wird auch die Kampfrichtertätigkeit gefördert. Die Veteranenvereinigung hat sich heute zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Buchser Pontoniere entwickelt.


Training - Wettkampf - Einsätze

"Ohne Fleiss - kein Preis". Natürlich wurde in den letzten Jahren härter und intensiver trainiert. Bei den Fahrübungen auf dem Rhein werden die Trainingsziele höher gesteckt. Die Leistungen werden bereits im Übungsstadium gemessen und beurteilt. Der Vergleich zwischen den Fahrerpaaren spornt zu besseren Leistungen an. Mit gutem und hartem Training kann auch heute noch ein Kranzresultat bei den Wettkämpfen erzielt werden, obwohl die Spitzenpaare aus der ganzen Schweiz beim Wasserfahren in Richtung Leistungssport tendieren. Neben der Ausübung der Sportart spielt sicher auch der Gedanke zur Hilfe in Unglücksfällen eine wichtige Rolle. Dank der Alarmorganisation des Schweizerischen Pontonier-Sportverbandes (42 Sektionen in der ganzen Schweiz) können die Pontoniere innert kürzester Frist zur Hilfe an Menschen und Tieren aufgeboten werden, z.B. bei Überschwemmungen und Hochwasser oder für Rettungen und Bergungen.


Technik

Der Rhein wird durch die älteren Pontoniere mit dem Übersetzboot aus Kunststoff befahren. Den Jungpontonieren (unter 20 Jahre) stehen Kunststoffweidlinge zur Verfügung. Die Ausrüstung des Schiffes besteht aus: drei Rudern, drei Stacheln, einem Spanntau, einer Sasse und vier Ruderstricken. Je ein Ruder wird hinten links und vorne rechts mit einem Ruderstrick an der Bootswand befestigt. Das Spanntau (ein 15 m langes Seil) wird mit dem Schifferknoten am vorderen Bootshacken angebunden. Durch das Einsetzen des Stachels bewegen der Steuermann (hinten) und der Vorderfahrer das Schiff am Ufer entlang flussaufwärts (vor allem auf dem Rhein ist dies eine anstrengende Angelegenheit, die Pontoniere kämpfen gegen die starke Strömung an). Auf dem fliessenden Wasser wird das Schiff mit den beiden Rudern fortbewegt. Im gleichen Takte setzen die beiden Fahrer ihre Kraft in Ruderschläge um. Neben der Kraft spielt die Technik eine sehr grosse Rolle. Damit das Schiff am gewünschten Ort landet, muss die Fahrtlinie durch Steuern bestimmt werden. Mit "Handhoch" geht das Joch nach rechts, mit "Drücken und Schwellen" auf die linke Seite.


Fernfahrten

Ein Erlebnis für die jungen und alten Pontoniere ist eine Fernfahrt. Das Befahren eines unbekannten Flusses mit dem vierteiligen Ponton angetrieben von einem 55 PS Aussenbordmotor. Neben der Aufnahme von vielen neuen Eindrücken, wird vor allem die Kameradschaft unter uns Pontonieren gefördert. Im Jahre 1990 hat der Pontonierfahrverein Buchs die Donau von Passau nach Wien befahren. Nach Prüfung verschiedener Varianten wählte der Verein im Jahre 1996 die Elbe von Bad Schandau nach Magdeburg als Reiseroute.

 

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Stand: 29 August, 2010